Dr. Busso Peus Nachf.e.K

Aktuelle Auktionen

Auktionen 444-445

21.-24. April 2026

Antike - Mittelalter - Neuzeit

Nachbericht für die Frühjahrsauktionen 444 und 445 

Unsere viertägige Frühjahrsauktion war ein voller Erfolg. Der erste Tag war ganz der Versteigerung der Sammlung König gewidmet. Diese Spezialsammlung keltischer Münzen erfreute sich großer Nachfrage und erregte ein allgemeines Interesse an diesem interessanten „Randgebiet“ der klassischen Numismatik — weit über den engen Kreis der Spezialisten hinaus. Die mit rund 460.000 € taxierte Sammlung erzielte einen Gesamtzuschlag von 1.1 Millionen, womit sich der Schätzwert mehr als verdoppelte.

Von den Spitzenzuschlägen seien nur vier genannt, stellvertretend für Gallien, die Boier und die Ostkelten: von den gefragten Goldstateren der Parisii erzielte die Nr. 407 mit 38.000 € den Höchstpreis, was auch der Tatsache geschuldet sein dürfte, dass dieses Stück aus einem Doublettenverkauf des British Museum stammt. Der äußerst seltene Goldstater vom Typ Hrusovka (Nr. 710), gelegen auf dem Gebiet der Boier verachtfachte seine zurückhaltende Schätzung von 5.000 € auf 40.000 €, war damit aber noch nicht das teuerste Stück dieser Auktion. Dieses Prädikat verdiente sich der Doppelstater der in der Antike als besonders goldreich geltenden Helvetier (Nr. 543), der von 10.000 € auf 44.000 € sprang. Aus der eindrucksvollen Reihe der ostkeltischen Tetradrachmen erreichte der Typ Wangenschnecke (Nr. 751) mit 19.000 € den höchsten Zuschlagspreis (Schätzung: 5.000 €).

Auch die klassische Antike war gefragt an den folgenden Auktionstagen. Besonders honoriert wurden von unseren Kunden die aus größeren Sammlungen stammenden Stücke, wobei besonders die Sammlungen Dr. Reiff und die eines Lehrers für Alte Sprachen hervorzuheben sind. Aus letzterer stammen der für 10.000 € zugeschlagene Goldstater des bosporanischen Klientelkönigs Asandros (Nr. 1090, SP 7.500 €) und der seltene Silberstater von Ambrakia, der überraschend von 750 € auf 6.000 € gesteigert wurde (Nr. 1131). Aus der erstgenannten Sammlung stammt die Tetradrachme des Lysimachos mit einem besonders hübschen Alexanderportrait, das dem Höchstbietenden 4.400 € wert war (Nr. 1242, SP 250 €). Auch bei den römischen Geprägen wurden durchwegs erfreuliche Ergebnisse erzielt, wobei die sorgsam ausgewählten Stücke aus der Sammlung Dr. E. besondere Würdigung erhielten. Hier fielen unter vielen anderen eine Siliqua des Magnentius mit einem Preissprung von 350 € auf 3.400 € (Nr. 1941) und ein Sesterz mit dem prachtvollen Bildnis der Julia Soaemias auf (Nr. 1882, SP 150 €, Zuschlag 2.600 €).

Am Donnerstag folgten wie gewohnt die Münzen des Auslands mit zwei Höhepunkten der Auktion: Eine 300 g schwere russische Goldmedaille auf den Tod Zar Alexander II. im Jahr 1881 war dem Telefonbieter stolze 75.000 € wert (Nr. 2631), und eine selten schöne schwedische Silbermedaille von Dadler 1634, auf die Überführung des Leichnams von Gustav II. Adolph nach Schweden erzielte 11.000 €. Auch die übrigen Münzen erzielten durchweg zufrieden stellende Ergebnisse, häufig durch das Internet. Dies galt genauso für die große Reihe habsburgischer und Salzburger Taler und Medaillen.

Die Versteigerung der altdeutschen Münzen begann im Anschluss fulminant mit den numismatisch höchst interessanten Brakteaten und Denaren des Mittelalterfundes von Kusey. Hier zeigte sich, woher der Begriff „Versteigerung“ kommt. Die von der Münzhandlung Peus traditionell gering gehaltenen Schätzpreise dienten als reine Startpreise. Die Zuschläge lagen oft im vierstelligen Bereich. Dies galt sowohl für die Brakteaten als auch die zweiseitigen Raritäten. Die weiteren altdeutschen Münzen und Medaillen wurden ebenfalls sehr gut aufgenommen, mit z. T. überraschenden Preisen, auch durch Vorgebote stets über dem Startpreis. Das Titelstück, ein Frankfurter Goldabschlag zu 10 Dukaten vom seltenen Taler 1606, erzielte am Telefon 155.000 € und verdoppelte damit seine Schätzung (Nr. 3033). Auch sonst ließen sich die Retouren an den Fingern beider Hände abzählen. Die über den gesamten Katalog verstreuten Brakteaten erfreuen sich seit einiger Zeit wachsender Beliebtheit. Besonders eine Serie pommerscher Brakteaten, wohl aus dem Fund Karrin, brachte durchweg Rekordzuschläge im vierstelligen Bereich (Nrn. 3208-3216, 3231). Der Abschlusstag gehörte den deutschen Münzen nach 1871, die preislich stabil blieben, und den traditionell abschließenden Lots. Diese waren wieder gut besichtigt worden und ihre Ergebnisse übertrafen die Schätzungen oft um ein Mehrfaches.

Der große Erfolg der Auktionen 444/445, deren Zuschlag im Ganzen knapp das Doppelte der Schätzung erzielte, zeigt uns zwei Dinge: Historische Sammlermünzen liegen aktuell bei Sammlern und Investoren voll im Trend, und die Firma Dr. Busso Peus Nachf. findet die meistbietenden Kunden im Inland wie im Ausland und erzielt im Auftrag ihrer Einlieferer Spitzenpreise.