Aktuelle Auktionen
Auktionen 444-445
21.-24. April 2026
Antike - Mittelalter - Neuzeit








Auktionsvorbericht für die Frühjahrsauktionen 444 und 445
Die diesjährige Frühjahrsauktion hat einen deutlichen Schwerpunkt auf der antiken Numismatik. Den Auftakt bildet mit der Sammlung König ein besonderes Objekt, das 961 Losnummern keltischer Münzen umfasst, von denen ein Großteil aus Gold bzw. Elektron besteht. Die Sammlung bildet den Reichtum der keltischen Numismatik von der Atlantikküste bis ans Schwarze Meer ab, sodass der entsprechende Sonderkatalog den Charakter eines Handbuchs erhält. Die Sammlung enthält zahlreiche Raritäten, zumeist in sehr guter Qualität. Hervorgehoben seien hier der Doppelstater der Helvetii, ein äußerst seltener Stater der Vindeliker sowie zwei nicht minder seltene Statere der Boier. Auch enthält die Sammlung eine Strecke von nicht weniger als 17 Stateren und Teilstücken der Parisii – seltene und kostspielige Münztypen, die sich in gewöhnlichen Sammlungen keltischer Münzen in einem oder zwei Exemplaren finden.

















Am folgenden Tag setzt sich mit Katalog 445 der Antikenreigen fort. Den Nukleus bildet die Universalsammlung von Dr. Fritz Reiff, ein solider Bestand von den Anfängen der Münzprägung bis in die römische Zeit mit besonders interessanten Stücken aus der Römischen Republik, einschließlich dem Aes Grave (Schwergeld). Zwei Sammlungen griechischer Münzen in ansprechender Qualität komplettieren den Auktionstag und bereichern ihn um schöne Serien hellenistischer Gepräge, namentlich des Makedonischen Weltreichs und der Seleukiden.
Bei den mittelalterlichen und neuzeitlichen Münzen ergänzen sich mehrere alte Universalsammlungen zu einem breiten Angebot an Brakteaten, Talern und Goldmünzen, des In- und Auslandes. Interessante Serien ergeben sich dabei bei russischen Münzen und Medaillen und Habsburg, incl. Salzburg. Über alle Bereiche verteilt sich dabei zusätzlich eine kleine, aber feine Sammlung von Belagerungsklippen und Medaillen auf Krieg und Frieden.
Bei den deutschen Münzen sollten sowohl Brandenburg-Preußen-Sammler als auch Freunde der Mittelalternumismatik auf keinen Fall die Versteigerung eines wichtigen Teils des Mittelalterfundes von Kusey verpassen. Dieser Fund, verborgen um 1200, geborgen 1912 in der Altmark, etwa 40 km nordwestlich von Magdeburg und 20 km nordöstlich von Wolfsburg, wurde 1915 vom bedeutenden Kenner der brandenburgischen Numismatik, Emil Bahrfeldt, in den Berliner Münzblättern zu einem großen Teil publiziert. Dabei lagen ihm jedoch nicht alle Münztypen vor, so dass sich in der nun versteigerten Serie von über 50 Brakteaten und Pfennige zahlreiche große Raritäten finden, die entweder völlig unediert scheinen oder nur aus diesem Fund bekannt sind. Unseres Wissens nach wurden viele, falls überhaupt, seit Jahrzehnten nicht mehr angeboten.
Auch ansonsten finden sich im abwechslungsreichen Angebot altdeutscher Münzen viele Brakteaten, z. B. 10 sehr seltene aus dem Fund von Karrin in Vorpommern aber auch aus Mitteldeutschland und der Bodenseeregion werden etliche angeboten.
Unter den gemischten frühneuzeitlichen Münzen in allen Preisklassen finden sich immer wieder herausragende Raritäten. Das Spitzenstück dürfte ein Frankfurter 10facher Dukat 1606 mit Titel Rudolphs II. (F. 944, J. u. F. 269 Anm.) sein. Es handelt sich um einen Goldabschlag von den Stempeln eines ohnehin sehr raren Talers. Der sächsische vierfache Dicktaler 1557 auf die Einnahme von Gotha (Dav. A 9799) ist nach unserer Kartei das zweite Exemplar, das jemals in den Handel kam.
Wie gewohnt schließen deutsche Münzen nach 1871 und qualitätvolle aber günstig getaxte Lots die Auktion.

